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Februar 2017

1. Finnhütten

1. Finnhütten

Finnhütten: Gibt es in Finnland nicht, dafür aber in fast jeder Gartenanlage oder Freizeitkolonie Ostdeutschlands. Eine Finnhütte ist eine Art Laube oder Bungalow mit einem Spitzdach, welches fast bis zum Boden reicht. Wahrscheinlich standen die ersten Finnhütten in Thüringen, dort gibt es einen bewaldeten Höhenzug namens Finne.

2. Wer hat‘s erfunden...

2. Wer hat‘s erfunden...

In einem DDR-Lexikon von 1985 ist zu lesen: „Subbotnik ( russ., zu subbota, Sonnabend) freiwillige, unentgeltliche kollektive Arbeit in der Freizeit; als Ausdruck kommunist. Arbeitsmoral erstmals am 10.05.1919, einem Sonnabend, von sowjet. Arbeitern durchgeführt. Lenin maß in seinem Werk „Die große Initiative“  dieser Bewegung beim Aufbau des Sozialismus größte Bedeutung bei.“

Was das Lexikon an dieser Stelle verschweigt: Lenin weilte einige Zeit im finnischen Exil, dort gab es schon lange talkoot, eine unentgeltliche Nachbarschaftshilfe und Lenin ermahnte seine Genossen stets von zivilisierten Länder zu lernen.
… die Finnen waren‘s.

3. Das finnische Wappen

Das finnische Wappen

Zeigt einen heraldisch nach rechts schreitenden Löwen, der in seiner rechten, gepanzerten Tatze ein christlichen Kreuzschwert erhebt; und mit seinen Läufen einen halbmondförmigen, scheinbar muslimischen Krummsäbel niedertritt.  Nach Ansicht des Heraldikers Milan Buben (Prag 1986) eine schwedische Provokation: „Zwischen dem schwedischen König Johann III. (1533 – 1584) und dem russischen Zaren Ivan IV der Schreckliche herrschte persönliche Feindschaft.“ Als Johann Großherzog von Finnland wurde stiftete er ein Wappen entsprechend der schwedischen Heraldik. Die  Kavallerie, mitunter Muslime, oder Kosaken die orientalische Waffen übernahmen, verwendeten Krummsäbel.

4. Wer hat‘s erfunden...

4. Wer hat‘s erfunden...

Verlangt man westlich von Elbe und Werra nach einem Broiler statt einem Brathuhn, gibt man sich als Ossi zu erkennen. Rätselhaft ist, warum ein englisch-französisches Mischwort in den Sprachgebrauch der DDR einging. Mit dem Broiler scheint es ähnlich zu sein wie mit dem Subbotnik... die Finnen waren‘s.

In ihrer Landessprache heißt Brathuhn schon immer broileri. Historiker mögen herausfinden, ob die DDR der finnischen Neutralitätspolitik ein kulinarisches Denkmal setzen wollte, oder finnische Imperialisten die DDR zum Fressen gern hatten.

5. Frauenwahlrecht

5. Frauenwahlrecht

Finnland genoss als russisches Großfürstentum Autonomie und verfügte über einen Rechtsstaat nach schwedischem Vorbild. Der Reformzar Alexander II, dessen Denkmal noch heute vor dem Dom in Helsinki steht, plante das gesamte Reich nach finnischen Muster zu erneuern. Diese Bestrebungen riefen reaktionäre, panslawistische Kräfte auf den Plan und unter seinen Nachfolgern Alexander III und vor allem Nikolai II wurde versucht die finnische Autonomie zu untergraben. Im „Februar-Manifest“ hob Nikolai die finnische Verfassung auf, was im In-und Ausland zu Protesten führte. Dieser Widerstand fand in der Ermordung des russischen Generalgouverneurs Borowski im Jahre 1904 sein Höhepunkt.

Geschwächt durch den verlorenen Krieg gegen Japan, kam es in Russland, voran Petersburg, zu blutigen Unruhen, und auch die finnische Autonomiebewegung erhielt neuen Auftrieb. Im Jahre 1906 musst Nikolai II den finnischen Landtag wieder einsetzen und dem allgemeinen Wahlrecht stattgeben. Erstmals in Europa auch für Frauen... Möglicherweise war es einfach eine Frage der Übersetzung, welche die Finnen für ihre Sache nutzen: Der Zar verfasste sein Dekret in Russisch, im Finnischen gibt es aber keine grammatikalische Unterscheidung zwischen Femininum und Maskulinum.

6. Tacitus

6. Tacitus

Zu Zum ersten Mal in der antiken Geschichtsschreibung erwähnte Tacitus in seiner Germania (98 n. Chr) die „Finni“ – und seine Beschreibung hört sich zunächst nicht gerade schmeichelhaft an. Denn den Nordvölkern, die er selbst nie gesehen hatte, sondern nur vom Hörensagen kannte, bescheinigte er eine „absonderliche Tierähnlichkeit“, „abstoßende Dürftigkeit“  und „Verwahrlosung bei allen und Dumpfheit bei den Vornehmen“. Weiter: „Sie haben keine Waffen, keine Pferde, kein Zuhause; als Nahrung Kräuter, als Kleidung Felle, als Lager der Erdboden; ihre einzige Hoffnung sind ihre Pfeile, die sie mangels Eisen mit Knochenspitzen versehen … Die kleinen Kinder haben keinen anderen Unterschlupf vor den wilden Tieren und Regengüssen, als dass man sie unterirgendeinem Geflecht aus Baumzweigen birgt.“ Tacitus erkannte aber immerhin in den Finni die „gesunden Wilde“, die im Gegensatz zur dekadenten römischen Oberschicht, „das Schwerste erreicht haben: wunschlos zufrieden zu sein.“ (Quelle: Iwanowski‘s Finnland, Dormagen 20008)

7. Blaue Hakenkreuze

7. Blaue Hakenkreuze

Etwa im Jahre 2005 berichtete Der SPIEGEL von empörten deutschen Touristen, die an finnischen Supermarktkassen einen Fingerring im Angebot sahen, auf dem ein Hakenkreuz und in dessen Mitte eine Rose prangte. Das Nachrichtenmagazin hatte natürlich ein Foto beigestellt, und bei genauem Hinsehen zeigte sich, dass dieses Hakenkreuz im Unterschied zum nationalsozialistischen auf einem Querbalken stand und nicht X-förmig angebracht war. Der Ring wurde vom finnischen Veteranenverband angeboten und der Erlös sollte Bedürftigen zugutekommen. Die finnische Armee führte in den Jahren 1917-1944 blaue Hakenkreuze auf ihren Flugzeugen, später, aus Gründen der Tarnung in schwarz, auf ihren Panzerfahrzeugen. Die Ursache ist nicht, wie gelegentlich behauptet wird, irgendeine Sympathie finnischer Militärs mit rechtstotaliären Bewegungen, sondern das Familienwappen Erik von Rosens. Dieses zeigt seit Jahrhunderten ein Hakenkreuz, welches das persönliche, völlig unpolitische Glückssymbol des schwedischen Barons war. Nach der Unabhängigkeit Finnlands schenkte er dem jungen Staat ein Flugzeug und malte seinen Talisman auf die Maschine: in den finnischen Farben – blaues Kreuz auf weißen Grund. Als Dankbarkeit gab General Mannerheim den Befehl dieses Symbol künftig als Hoheitszeichen der finnischen Armee zu führen.

Vielleicht könnte man sich noch fragen, ob man als Deutscher erst in den Hohen Norden reisen muss, um sich beim SPIEGEL über Hakenkreuze zu beschweren; ein S-Bahnfahrt in die nächste Plattenbausiedlung hätte es auch getan.

8. Finnische Götter

8. Finnische Götter

Finnland wurde erst spät christianisiert, ab dem 10. Jahrhundert verbreiteten in Karelien orthodoxe und im Westen katholische Missionare den neuen Glauben. Im Jahre 1155 führte der schwedische König Erik IX einen Kreuzzug durch um den Rest des Heidentums mit Feuer und Schwert zu vernichten. Mikael Agricola, ein Mitstreiter Luthers übersetzte1584 das Neue Testament in die finnische Sprache; nun begann sich das reformierte Christentum durchzusetzen und wurde schließlich Staatskirche. Die vorchristlichen Vorstellungen der Finnen waren stark vom Schamanismus beeinflusst; Mircea Eliade schreibt: „Erwähnenswert ist, daß es aber in Finnland eine literarische Schöpfung, die von schamanischer Geisteshaltung inspiriet ist, gibt. Sie erreicht hier ihren Höhepunkt. Im Kalevala, dem finnischen Nationalepos, das Elias Lönnrot zusammengestellt hat (Erstausgabe 1832), ist die Hauptperson Väinämöinen, der „ewige Weise“. Von übernatürlicher Herkunft ist Väinämöinen ein ekstatischer Seher, der mit zahllosen magischen Fähigkeiten begabt ist. Darüber hinaus ist er Sänger und Harfenspieler. Seine Abenteuer wie auch die seiner Gefährten, des Schmiedes Ilmarinen und des Kriegers Lemminkäinen, erinnern oft an die Heldentaten asiatischer Schamanen und Zauberer.“
Das Kalevala beinhaltet zunächst eine Schöpfungsgeschichte – die Entstehung von Himmel und Erde – nach der Geburt Väinämöinens, tritt die Erschaffung des Wunderdinges Sampo, dessen Raub und Wiedererlangung in den Mittelpunkt der Handlung.

Erwähnt wird zunächst ein Himmelgott Jumala und dessen Antipode Hiisi, ein böser Waldgeist oder der Böse an sich – vergleichbar der monotheistischen Teufelsvorstellung. Tuonetar ist die Herrin des  Totenreiches, Untamo der Gott des Traumes und des Schlafes. Der Donnergott Ukko (Greis, Alter) verschmolz mit dem christlichen Gottesbegriff.

Einer der wichtigsten Feiertage Finnlands ist neben dem Unabhängigkeitstag am 6. Dezember und dem Tag der Arbeit am 1. Mai ist juhannus – das Mittsommerfest, das um den 21. Juni gefeiert wird. Seinen Ursprung  hat das Fest in vorchristlicher Zeit, als der längste Tag des Jahres mit Sonnwendfeuern begangen wurde. Dieser Brauch hat sich in Finnland erhalten, nur verschmolz nach der Christianisierung dieses Fest mit dem Namenstag Johannes‘ des Täufers.
(Quellen: Mircea Eliade, Geschichte der religiösen Ideen Bd. 3; Herder 1983. Kalevala, Übersetzung Wolfgang Steinitz nach Buber, Schiefner. Glossar, Hinsdorff 1998. Iwanowski‘s Finnland, Dormagen 2008. )

9. Molotov-Cocktail

9. Molotov-Cocktail:

Der hochexplosive „Molotov-Cocktail“ hat seinen Namen vom ehemaligen sowjetischen Regierungschef und Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotov. Im finnischen Winterkrieg (1939-1940)  bombardierten die russischen Bomber Finnland und Molotov behauptete, er habe die Bomber nach Finnland geschickt, die die arme finnische Bevölkerung nun mit Lebensmitteln versorgten. Die Finnen waren von dieser Art Propaganda alles andere als begeistert. Als Antwort auf Molotovs tödliche Brotkorbe, kreierten finnische Soldaten den hochexplosiven „Molotov-Cocktail“ gebastelt und erfolgreich gegen russische Panzer eingesetzt. Später stellte die staatseigene Firma Alko in Rajamäki den Cocktail her und schickte ingesamt ca. 450 000 Flaschen an die Front.

10. John Morton

10. John Morton

John Morton (1724 – 1777) war ein finnoamerikanischer Politiker aus Pennsylvania. Er war einer der 56 Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776.  Mortons Stimme soll für die einstimmige Zustimmung der Unabhängigkeit entscheidend gewesen sein. Wikipedia: „Vor dem 4. Juli 1776 hatten die Staaten Delaware und Pennsylvania gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen gestimmt. Darum kamen bei den anderen Delegierten des Kongresses große Zweifel auf, wie sich Pennsylvania und Delaware verhalten würden. Es hing offensichtlich viel von ihnen ab, und es wurde befürchtet, dass wenn diese zwei Staaten gegen die Unabhängigkeitserklärung der USA stimmen würden, das Ergebnis sehr unglücklich ausgehen würde. Tatsächlich waren die Stimmen beider Staaten um Längen zugunsten der Unabhängigkeit gesichert. Aber, als die Stimmen der Delegation von Pennsylvania genau getrennt wurden, fiel es Morton zu, die entscheidende Stimme abzugeben. Er gab seine Stimme zugunsten der Freiheit seines Landes.“

Januar 2017

1. Alma

1. Alma (Alma-Sofia Miettinen)

Alma ist eine Sängerin und Songschreiberin. Bekannt wurde sie 2013 durch die Castingsschow Pop Idol. Im Juni 2016 erschien ihre erste Single „Karma“. Durch die Kooperation mit dem  deutschen Musikproduzenten Felix Jaehn produzierte sie 2016 den Song Bonfire, der für fünf Wochen lang Platz drei in den deutschen Charts erreichte. Im Oktober 2016 veröffentlichte Alma die Dye My Hair EP mit zwei neuen Songs. Alma hat ihren ganz persönlichen Stil, und kommt ganz ohne irgendwelche Star-Attitüden aus.

2. Steve ’n’ Seagull

2. Steve ’n’ Seagull

Steve 'n’ Seagulls‘ Stil ist einzigartig: Sie covern Rockklassiker, am liebsten Heavy, im Stil von Country-Bluegrass mit u.a. Banjo, Akkordeon und Kontrabass. Der Stil ist schwer vorstellbar, man muss die Band einfach hören. Als sie vor zwei Jahren ihre Akustikversion von ACDC bei Youtube einstellten, konnten sie wohl kaum ahnen, was für ein Hit das Video werden würde. Die Musiker sagen viel Spaß beim Spielen zu haben, aber ihre Musik und Auftritte nehmen sie sehr ernst. Ihr Kleidungsstil ist eine kultige Mischung von Hillbilly-Kleidung und finnischer Bauernromantik.

3. Tarja Turunen

3. Tarja Turunen

Wer kennt sie nicht?  Diese Frau mit der begnadeten, kräftigen Rockstimme. Für viele hat sie die beste Frauenrockstimme überhaupt, andere finden sie zu brachial. Sie ist eine ausgebildete Opernsängerin, eine Sopranistin, und singt am liebsten Metal im klassischen Stil. Sie war die Mitbegründerin und die starke Frontfrau von Nightwish. Seit 2006 tourt sie erfolgreich solo mit ihrer eigenen Band. Tarja ist die erfolgreichste Solokünstlerin in Finnland und so beliebt, dass man ihr ein eigenes Emoji gewidmet hat. Mit ihrer Mischung aus klassischem Gesang und gewaltigem Metal begeistert sie auch regelmäßig das anspruchsvolle Publikum auf dem Wacken-Festival. 

4. Sunrise Avenue

4. Sunrise Avenue

Sunrise Avenue und unser aller Liebling Samu Haber. Diesen sympathischen Finnen muss man einfach gern haben. Samu schreibt alle Songs für seine Band selbst. In ganz Europa sind „Sunrise Avenue" und deren Mischung aus Pop und Rock heute erfolgreich. Zu den größten Hits der Band gehört "Hollywood Hills".

5. Children of Bodom

5. Children of Bodom

Children of Bodom ist eine der erfolgreichsten Metalbands Finnlands (Suomimetalli) und eine der bekanntesten im Ausland, vor allem in Deutschland. Der Bandname stammt vom Bodom-See in Espoo, an dessen Ufer 1960 drei zeltende Jugendliche umgebracht wurden. Bei Children of Bodom ist es schwierig, das richtige Metalgenre zu definieren und auch die Fachmeinungen sind sich uneins. Die Band selbst zählt sich zum „extrem metal“. Oft hört man, die Band sei dem melodischen Death Metal zuzuschreiben, ein in Skandinavien typisches Metalgenre. Am besten ist wohl, Ihr urteilt selbst:

6. Tango

6. Tango

Tango. Die Finnen lieben Tango. Der Tango Satumaa (Märchenland) ist wohl der berühmteste und beliebteste finnische Tango und ist so etwas wie die zweite Nationalhymne des Landes. Diesen Tango mit seinem wunderbaren Text hat Unto Mononen 1955 geschrieben.  Die wohl bekannteste Aufnahme stammt von Reijo Taipale, der oft als bester finnischer Tangosänger bezeichnet wird. Eine ganz besondere Aufnahme von Satumaa mit einem "leicht" modifizierten Text stammt übrigens von keinem geringeren als  Frank Zappa. Zappas Satumaa-Version genießt einen Kultstatus bei seinen Fans und ist auf dem Live-Album seines Konzerts in Helsinki im Jahr 1974 zu hören. Hier Reijo Taipale: 

7. Volksmusik

7. Volksmusik

Ende der 1960er, Anfang 1970er Jahren erlebte die finnische Volksmusik eine Renaissance. 1968 wurde in Kaustinen das erste Volksmusikfestival organisiert, und der unvergessliche Spielmann, pelimanni Konsta Jylhä erfreute sich großer Beliebtheit. Jylhäs Platten waren 1970-71 die meistverkauften in Finnland.


1970 veröffentlichte Viktor Klimenko eine Platte mit russischen Volksliedern. Seine Platte Stenka Rasin wurde sogar international notiert.


Berühmt und beliebt wurde in den 70ern  auch die Romamusik durch die Gruppe Hortto Kaalo.


Eines der beliebtesten finnischen Volkslieder ist ohne Zweifel „Kalliolle, kukkulalle“. Das Lied von 1908 stammt ursprünglich aus Asikkala.


Dieses Lied hat zwei Melodien. Das Original wurde in Moll gesungen, die neuere, 1968 von Kaj Chydenius komponierte mit dem Originaltext, im Dur:

8. Humppa

8. Humppa

Musikalisch gesehen ist Humppa eine Art finnische Variante des Foxtrotts.

 

 


Humppa ist ist ein  onomatopoetisches Wort: das Wort beschreibt die Musik selbst: Hump-pa, hump-pa, hump-pa! Humppa wird auch getanzt, hat aber absolut gar nichts mit dem Foxtrott gemeinsam. Die Finnen tanzen gern und sie lieben Humppa.


Nach Deutschland und Mitteleuropa wurde Humppa durch die Gruppe Eläkeläiset, (Die Rentner) exportiert. Eläkeläiset covern x-beliebige Rock-und Popmusik im Humppa-Takt. Ihre Konzerte sind feuchtfröhlich und ein echtes Erlebnis. Nicht einmal Wacken blieb vor ihnen verschont.

9. M. A. Numminen

9. M. A. Numminen

M. A. Numminen ist Finnlands Helge Schneider. Er ist ein Sänger, Komponist, Entertainer, Schriftsteller und Filmemacher. Numminen ist ein Tangoexpert und hat ein Buch über den finnischen Tango geschrieben (Tango ist meine Leidenschaft). Er kennt sich auch gut mit finnischen Trinksitten und Kneipen aus. Er hat eine Expedition durch 350 finnische Bierlokale gemacht und auch darüber ein Buch geschrieben (Der Kneipenmann). M.A. Numminen hat wunderschöne, teilweise komische Kinderlieder gesungen und komponiert. Er ist ein hervorragender Jazzmusiker und -interpret. Nicht jeder mag seinen Gesangsstil, seine Stimme mag manchen gewöhnungsbedürftig vorkommen. Die Finnen lieben ihn. Und er ist multilingual: Er singt auch auf Deutsch.


Es gelang ihm sogar die Einleitung für die Pferdewäsche aus dem Handbuch für Pferdehaltung zu vertonen.

10. Huutajat

10. Huutajat

Huutajat (Die Rufer) ist ein finnischer Männerchor. Im Jahr 1987 haben sich 20 Männer aus Oulu zusammen getan und, da sie sonst nicht zu tun hatten, diesen Chor  gegründet. Sie treten stets im schwarzen Anzug, mit weißem Hemd und einer schwarzen Gummikrawatte auf.  Die Besonderheit dieses Chores ist, dass die Lieder nicht gesungen, sondern meistens gerufen, geschrien, gebrüllt werden. Über diese Schreihälse, die weltweit auf den Bühnen schreien, hat der finnische Regisseur Mika Ronkainen 2003 ein Dokumentarfilm Screaming Men die Huutajat,  gedreht, der  auf internationalen Filmfestspielen sehr erfolgreich war.

Dezember 2016

1. Heimat des Weihnachtsmannes

1. Heimat des Weihnachtsmannes

Ende der 20er Jahre wurde in einer Radiosendung verraten, dass am Fjäll Korvatunturi im finnischen Lappland das Dorf des Weihnachtsmannes zu finden ist. Seitdem ist der Ort fester Bestandteil der finnischen Identität. Mit seiner Frau Muori und den vielen Wichteln bereitet sich der Weihnachtsmann das Jahr über auf Heiligabend vor. Die Wichtel (tontut) haben unter anderem die wichtige Aufgabe, zu überprüfen, ob die Kinder auch brav sind. Allerspätestens ab Oktober sollte man sich also sehr bemühen!

Heute kann man den Weihnachtsmann ganzjährig am Polarkreis in der Nähe von Rovaniemi besuchen. Und dank des eigenen Postamtes kann man ihm auch direkt den Wunschzettel zukommen lassen:

Link

2. Weihnachtsfrieden

2. Weihnachtsfrieden

Alljährlich wird am 24. Dezember um 12 Uhr in der ehemaligen Hauptstadt Turku der Weihnachtsfrieden ausgerufen, der für drei Tage gilt – eine alte finnische Tradition. Die am Alten Markt verlesene Botschaft stammt noch aus dem Mittelalter und tausende Menschen verfolgen die Zeremonie, zusätzlich gibt es eine Liveübertragung in Radio und TV. Der Weihnachtsfrieden wird von vielen sehr ernst genommen. Frieden und Besinnlichkeit stehen im Mittelpunkt.

3. Weihnachtssauna

3. Weihnachtssauna

Die finnische Saunatradition ist älter als Weihnachten. Älter als das Christentum. Wen wundert es, dass der Saunagang auch zum weihnachtlichen Pflichtprogramm gehört. Vor dem Essen wird geschwitzt. Das ganze nennt man dann joulusauna (Weihnachtssauna).

4. Weihnachtsschmuck und Licht

4. Weihnachtsschmuck und Licht

Auch aus finnischen Haushalten ist der Weihnachtsbaum nicht wegzudenken. Kerzen, Lametta, Kugeln – der Schmuck ist nicht unbekannt. Zusätzlich wird häufig mit finnischen und internationalen Landesflaggen geschmückt.

Sehr beliebt ist auch das sogenannte himmeli – ein aufwändiges Mobile aus Stroh.
Weihnachten ist auch das Fest des Lichts. Nach Weihnachten werden die Tage wieder länger und das ist natürlich ein Grund zu feiern. Lichtdekorationen wie Laternen aus Schneekugeln im Hof oder Kerzen aller Art sind in der Weihnachtszeit nicht wegzudenken.

Die Weihnachtszeit endet am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Bis dahin bleibt die Dekoration erhalten.

5. Musikalische Weihnacht

5. Musikalische Weihnacht

Musik ist an Weihnachten nicht wegzudenken. Von getragenen, christlichen Weihnachtsliedern bis zu fröhlichen Liedern für Kinder ist für jeden etwas dabei. In Finnland scheint die Bandbreite dabei besonders weit zu sein. So gibt es beim beliebten www.jouluradio.fi sogar einen Heavy/Rock-Weihnachtssender. Das Onlineradio startet jedes Jahr am ersten Advent mit einem „Hoosianna“ und sendet nichts als Weihnachtslieder.

6. Ruoka

6. Ruoka

„Wäre doch Weihnachten, dann dürfte man auch nachts essen.“ lautet eine Aussage, die durchaus zeigt, welch ein wichtiger Bestandteil das Essen an Weihnachten ist. Traditionell gibt es an Heiligabend einen reich gefüllten Esstisch. Ursprünglich ließ man den Tisch auch nachts gedeckt, damit sich die Hauswichtel und andere Hungrige in der langen Nacht satt essen konnten. Zum finnischen Weihnachtsessen gehören der Weihnachtsschinken und zahlreiche Aufläufe. Am Vormittag des 24.12. wird Milchreis gegessen. In ihm ist eine Mandel versteckt und der Finder kann mit Glück für das kommende Jahr rechnen.

Auch Glühwein (glögi) gibt es in Finnland. Traditionell einen Beerenglühwein, der mit Mandeln und Rosinen und häufig auch einem Schuss Wodka verfeinert wird.

Hier geht es zum Rezept!

7. Tiernapojat

7. Tiernapojat

Die Tiernapojat sind mit den katholischen Sternsingern zu vergleichen und ihre Tradition reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Der erste namentlich bekannte Tiernapoika ist Johan Ludvig Runeberg, der spätere finnische Volksdichter. Die finnischen Sternsinger ziehen nicht nur am Dreikönigstag von Haus zu Haus; in der Adventszeit darf ihr Schauspiel in Schulen und Weihnachtsfeiern nicht fehlen. Vor allem in der Region um Oulu ist diese Tradition verwurzelt. Seit 1933 werden dort die besten Tiernapojat gekürt.

8. Gedenken an Verstorbene

8. Gedenken an Verstorbene

Der Besuch der Weihnachtskirche gehört in vielen Haushalten zur Tradition an Heiligabend. Im Anschluss an den Gottesdienst werden Kerzen an die Gräber von Verwandten und Freunden gebracht und die Friedhöfe so in ein Lichtermeer verwandelt. Schnee gibt dem Licht zusätzlich eine ganz besondere Atmosphäre. Zu Ehren der Veteranen und Kriegshelden organisieren Soldaten und Reservisten eine ständige Wache an den Gräbern.

9. Pikkujoulut

9. Pikkujoulut

In der Vorweihnachtszeit sind die Kalender prall gefüllt. Schon ab Ende Oktober werden Weihnachtsfeiern abgehalten. „Kleine Weihnachten“ (pikkujoulut) nennt man das Ganze. Die Wurzeln der Weihnachtsfeierkultur reichen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Studenten nahmen den Trend aus Schweden auf. Heute sind die Feiern aus der Firmenlandschaft nicht wegzudenken und viele bemühen sich sehr, ein außergewöhnliches Programm auf die Beine zu stellen. Natürlich geht es durchaus auch feucht-fröhlich zu.

10. Der Deutschen liebster Baum mit finnischem Namensgeber

10. Der Deutschen liebster Baum mit finnischem Namensgeber

Der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland, die Nordmanntanne, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Benannt wurde er nicht nach Wikingern oder den „Nordmannen“, sondern nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann. Der wichtigste Produzent ist Dänemark.